Eishockey - DEL

28.03.2013

Mannheim – Wolfsburg 3:2

Adler erzwingen Spiel sechs

von Gerd Kositzki

„Play-offs sind die Zeit des Leidens, wir haben heute gelitten“, meinte Harold Kreis nach dem Spiel. Das ist bei dem heutigen Spielverlauf nachzuvollziehen. Gelitten haben aber nicht nur die Adler-Organisation, sondern auch die 12.159 Zuschauer in der SAP-Arena. Mit 3:2 (0:2, 0:0, 2:0, 1:0) nach Verlängerung siegten die Mannheim gegen die Grizzly Adams Wolfsburg.


Florian Kettemer traf in der Verlängerung für die Adler. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)

Die Situation war klar, würde Wolfsburg dieses Spiel in Mannheim gewinnen, hätten die Mannheimer Spieler Zwangsurlaub. Mit diesem Alb im Nacken wirkte das Spiel der Adler recht nervös, einige Stockfehler, Fehlpässe und überhastete Aktionen prägten die Anfangsminuten aber auch der Versuch über Kampf und körperliches Spiel in die Partie zu kommen. Wolfsburg dagegen ließ die Adler kommen, machte die Räume eng , ließen den Adlern wenig Entfaltungsmöglichkeit und lauerte auf Möglichkeiten, um ihre blitzschnell vorgetragenen Konter zu starten, rundherum eine richtig abgeklärter Auftritt erst mal.

Weitere Sicherheit gab ihnen ihr Führungstor der Marke Sonntagsschuss. Martin Walter zog aus der Distanz ab, Tyler Haskins bekam den Schuss wohl eher zufällig an den Schläger und fälschte den Puck unhaltbar ins Kreuzeck ab (6.). Zehn Minuten später gelang Aaron Brocklehurst Sonntagsschuss Zwei in der Partie, er versenkte einen ebenso unhaltbaren Schlagschuss aus der Distanz, diesmal abgefälscht von Doug Janiks Schläger. Wolfsburgs Trainer Pavel Gross nannte beide Tore in der Pressekonferenz  glücklich. Auf jeden Fall war das nichts für das Nervenkostüm der Adler, sie waren mit Gegner und sich selbst beschäftigt, ließen zwei Überzahlmöglichkeiten liegen, im Spiel hielt sie ihr Torhüter Dennis Endras.

Ab dem Mitteldrittel spürte man Besserung im Auftritt der Adler. Die Spielzüge nach vorne kamen variantenreicher, es langte nicht mehr, dass die Grizzlies einfach nur ihre Positionen halten mussten, um damit zwangsläufig die bis dato uniformen Adlerangriffe abzuwehren. Die Adler nutzten auch die Breite des Spielfelds, das ergab z.B. Freiräume für die schnellen Stürmer Matthias Plachta und Frank Mauer und sorgte damit auch für mehr Platz, was Yanick Lehoux half Kreativität zu entwickeln. Besser wurde auch der Zug zum Tor, will heißen, der gegnerische Slotbereich wurde vom Freiraum zur Kampfzone, die Aktionen von Ken Magowan und dem bärenstark spielenden Alex Foster, der anstelle eines siebten Verteidigers als Offensivoption spielte, sorgte für viel Action vor dem Tor von Daniar Dshunussow, ein Tor wollte aber einfach nicht gelingen.

Das änderte sich in Abschnitt drei. Ein Glücksschuss von Ken Magowan überraschte Dshunussow und setzte bei den Adlern frei, was man bis dahin vermisste. Ein Tor nach acht diesbezüglich erfolglosen Dritteln und einen „Ich will unbedingt“-Spielstil, der die Grizzly Adams, die weiterhin bei ihren Kontern brandgefährlich waren, allmählich ins Schwimmen brachte. Zwei Minuten später nutzten Yanick Lehoux und Frank Mauer einen Turn Over und glichen sehenswert das Spiel aus. Wolfsburgs Trainer Pavel Gross nahm danach eine Auszeit, um seine Spieler wieder auf Kurs zu bringen. Das gelang insofern, dass den Adlern in der regulären Spielzeit trotz jetzt gutem Spiel und Chancen kein Tor mehr gelang. Den Grizzlies gelang das ebenfalls nicht, dafür sorgte die Verteidigung der Adler, allen voran Jamie Sifers und Dennis Endras, der im Verlaufe des Spiels drei bis vier sogenannte Hunderprozentige abwehrte. Also Verlängerung, absolut kein Novum in dieser Play-off-Paarung. Diese dauerte allerdings nur knappe drei Minuten. Florian Kettemer nutzte den Platz, der durch einen Wolfsburger Wechsel entstand und sorgte mit dem Sonntagstreffer Nummer drei in diesem Spiel für die Entscheidung: Schlagschuss aus der Distanz – genau ins Kreuzeck.

Damit geht es also am Karsamstag in Wolfsburg mit Spiel sechs weiter, es bleibt spannend.

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