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Krefeld Pinguine ohne jede Fortune4:5-Niederlage gegen die Schwenninger Wild Wings

Rick Adduono, Trainer der Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)Rick Adduono, Trainer der Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)
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Unter der Woche hatte Pinguine-Coach Rick Adduono zwei Spiele der ersten Runde seiner Schützlinge als schlecht identifiziert, darunter das erste Auswärtsspiel im Schwarzwald – also musste Wiedergutmachung für die herbe 1:5-Klatsche in der Helios-Arena das Ziel der ersten Partie des zweiten Viertels der Hauptrunde sein. Verzichten beim Unternehmen „Revanche“ mussten die Niederrheiner weiterhin auf Dragan Umicevic, Mike Mieszkowski und Tom Schmitz.

Gerade 18 Sekunden waren gespielt, als  Jordan Caron seinen ersten Treffer auf heimischem Eis erzielte. Spielen taten zunächst nur die Pinguine, und Tommy Kristiansen sowie Christoph Gawlik hätten schon in Minute drei das Ergebnis höher schrauben können. Nach exakt sieben Minuten musste Andrew Engelage erstmalig seine Fanghand ausfahren. Stummes Entsetzen im Stadion, als drei Sekunden später aus dem Nichts ein abgefälschter Schuss von Jussi Timonen hinter Engelage einschlug. Kurz darauf hatte Daniel Pietta das 2:1 auf dem Schläger, verzog aber. In Minute zehn  schoss Schwenningen das dritte Mal aufs Krefelder Tor und führte 1:2 durch Mirko Sacher. Wieder gab es  für Engelage mangels freier Sicht nichts zu halten. Nach dem Powerbreak hieß es sogar 1:3 durch Anthony Rech. Zwar konnte Daniel Pietta in der 14. Minute nach Superpass von Marcel Müller auf 2:3 verkürzen, aber schon 100 Sekunden später wurde Kurt Davis beim Aufbauversuch im eigenen Drittel gefoult, ohne dass die Schiedsrichter dies trotz guter Sicht  geahndet hätten. Den Puck beförderte dann Stefano Giliati zum 2:4 ins Krefelder Gehäuse. So ging Krefeld trotz Überlegenheit mit einem Rückstand in die erste Pause.

Ab Beginn des zweiten Drittels bis zum Ende spielten eigentlich nur noch die Pinguine, und Schwenningen fand kaum noch statt. Es dauerte  zweimal 18 Sekunden in Drittel zwei, ehe die Pinguine ihre Aufholjagd mit dem Anschlusstreffer zum 3:4 durch Kurt Davis begannen. Den Krefelder Kampfgeist und seinen eigenen belohnte Tommy Kristiansen in Minute 34 mit seinem ersten Saisontor für die Pinguine zum 4:4-Ausgleich. Danach gab es noch Chancen für Diego Hofland, Christoph Gawlik und Jordan Caron, aber keine Ergebnisveränderung vor der Pause.

Auch im letzten Drittel bot sich das gleiche Bild: Angriffshockey der Pinguine und zum Teil hochkarätige Chancen, u.a. für Kristiansen, Davis, Feser, Müller sowie einen Penalty für Trettenes. Angetrieben von nur wenig mehr als 3200 engagierten Zuschauern kämpften die Pinguine vorbildlich und wurden dann Opfer der alten Wahrheit, dass, wenn man vorne keine Tore macht, man selbst hinten eines kassiert. Nach dem nicht verwandelten Penalty verlor Patrick Seifert eine Minute vor Schluss im eigenen Drittel die Scheibe und Will Acton versenkte sie im Krefelder Tor. Selten hat ein Ergebnis so wenig dem Spielverlauf entsprochen wie dieses Null-Punkte-Spiel. Das konstatierte auch in ungewohnt offener und ehrlicher Weise der Schwenninger Coach Pat Cortina: „Es war ein verrücktes Eishockeyspiel. Wenn wir ehrlich sind, haben wir die Zwei-Tore-Führung nach dem ersten Drittel nicht verdient. Krefeld war ganz klar die bessere Mannschaft. Im zweiten Drittel war Krefeld noch besser, und im dritten Drittel war Krefeld meiner Meinung nach auch besser. Dustin Strahlmeier hat gute Paraden gezeigt. Durch das Tor am Ende haben wir drei Punkte, aber mit so einer Leistung bekommt man normalerweise keine Punkte. Der Eishockeygott hat uns heute Abend geholfen.“

Krefelds Kapitän Adrian Grygiel bewertete das Spiel abgeklärt: „Vier Gegentore im ersten Drittel waren zu viel. Trotz eines guten Starts haben wir nach gelassen, nicht unser Spiel gespielt und lagen zu Recht hinten. In der Pause haben wir gesagt, so können wir nicht weiterspielen, wir müssen aufwachen. Im zweiten und dritten Drittel haben wir dominiert. Wir haben dann ausgeglichen und im dritten Drittel unsere Chancen gehabt, aber leider die Tore nicht gemacht. Wir haben alle gut gekämpft bis zum Schluss, wir hätten das fünfte und das sechste Tor selbst machen können, dann wäre alles entschieden gewesen, so haben wir Pech gehabt, das passiert beim Eishockey.“

Diego Hofland, der eine solide kämpferische Leistung ablieferte, konnte sich den Auftakt nicht erklären: „Ich weiß nicht, wieso wir schlecht gestartet sind, wir waren nicht direkt bereit. Im zweiten Drittel waren wir dann eine ganz andere Mannschaft und haben Druck gemacht. Wir hatten unsere Chancen, und so ein Tor wie das am Ende ist ärgerlich, aber passiert nun mal. Morgen geht’s weiter und Sonntag müssen wir die Punkte holen.“

Tommy Kristiansen, der Schütze des 4:4-Ausgleichs, mochte sich über sein erstes Tor für die Pinguine nicht so recht freuen: „ Für mich selbst war das Tor wirklich wichtig. Ich fühle mich, als ob 100 Kilo von meinen Schultern gefallen wären, aber letztlich haben wir verloren, und das tut richtig weh. Ich denke, wir waren heute das klar bessere Team, aber im ersten Drittel haben wir vier Tore kassiert, und darum haben wir verloren. Wir hatten alles in unseren eigenen Händen, das Spiel zu gewinnen, aber wir haben die Scheibe nicht ins Netz bekommen. Das ist jetzt ganz schön schwer zu ertragen. Schwenningen hat den Sieg nicht verdient.“

Tore: 1:0 (1.) Caron (Pietta, Davis), 1:1 (8.) Timonen (Palausch), 1:2 (10.) Sacher (Giliati, Bartalis), 1:3 (12.) Rech (Acton, Höfflin), 2:3 (14.)Pietta (Caron, Davis), 2:4 (15.) Giliati (Poukkula), 3:4 (21.) Davis (Müller, Pietta), 4:4 (34.) Kristiansen (Trettenes, Feser), 4:5 (60.) Acton (Höfflin). Strafen:  Krefeld 0,    Schwenningen 0. Schiedsrichter: Bauer – Piechaczek. Zuschauer: 3233.