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Gute GründeDEL-Finale: Berlin – Mannheim

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Sportlich wie wirtschaftlich gelten Adler und Eisbären gleichermaßen als Branchenführer im deutschen Eishockey. Allerdings, und entgegen des außerhalb von Berlin und Mannheim sehr beliebten Vorurteils, beider Vormachtstellung beruhe ausschließlich auf der äußerst komfortablen finanziellen Ausstattung durch ihre jeweiligen Hauptgesellschafter und Sponsoren, ist das Vordringen beider Mannschaften ins DEL-Finale vor allem dem geschuldet, dass bei Eisbären und Adlern auf und neben dem Eis wohl die eine oder andere Kleinigkeit langfristig besser gemacht wurde. Zweifelsohne hilft es, wenn die wirtschaftlichen Grundlagen sichergestellt sind. Tore und Punkte, Titel, also den sportlichen Erfolg, garantiert das allein jedoch lange nicht. Es gibt einige gute Gründe, einer davon heißt Nachhaltigkeit.

Adler Mannheim

Die Adler können in dieser Hinsicht aus den letzten Jahren so einige Liedchen trällern, die etliche Disharmonien enthielten und von vielen personellen Irrtümern erzählen würden. Doch nun haben sie, angeführt von Cheftrainer und Adler-Ikone Harold Kreis, endlich wieder eine Mischung von Spielern gefunden, die sich im Laufe der Saison zu einer mannschaftlichen Einheit zusammengefunden hat.

Trotz der unbestrittenen individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Spielers bis in die vierte Reihe, entpuppte sich keiner von ihnen als selbstverliebte Diva, wie das in der jüngeren Vergangenheit doch häufiger der Fall war. Verdienter Lohn dieses Wandels ist die nicht zuletzt vom eishockeybesessenen Anhang lang herbeigesehnte erste Finalteilnahme seit 2007, als die Adler ihren fünften DEL-Titel feiern konnten. Gerdete Team-Spieler, wie u.a. Co-Kapitän Christoph Ullman (mit 7 Treffern bislang erfolgreichster Play-off-Torschütze der Adler), stehen für den wiederentdeckten Mannschaftsgeist, der den Erfolg als Gruppe im Sinn hat. Ein weiterer Aspekt ist gewiss auch, dass sich inzwischen einige junge deutsche Spieler mit dem „Stallgeruch“ der Jungadler im DEL-Kader fest integrieren konnten. Nummer eins-Torsteher Freddy Brathwaites 21-jähriger Backup Felix Brückmann zum Beispiel, der bei einigen seiner leider noch zu spärlich gesäten Einsätze in dieser Saison den Adlern schon die Kastanien aus dem Feuer holte. Auch Stürmer Frank Mauer zählt zu diesem Kreis. Mit 28 Scorerpunkten in der Vorrunde (12 Tore/ 16 Vorlagen) absolvierte der 24-Jährige Jung-Nationalspieler seine bislang erfolgreichste DEL-Saison in seiner Karriere.

Dass das ausländische Personal der Adler gehobenen Ansprüchen genügt, ist Mannheimer Tradition. Nur, wie bereits erwähnt, stellen sich Cracks wie Top-Verteidiger Chris Lee, die Stürmer Adam Mitchell, Ken Magowan, Yannic Lehoux oder Michael Glumac voll in den Dienst ihrer Mannschaft. Dennoch verlief der Weg der Adler ins Finale nicht komplikationslos: Sowohl gegen die Hamburg Freezers im Viertelfinale, als auch den ERC Ingolstadt im Halbfinale gaben die Adler je ein Spiel an den Gegner ab. In beiden Fällen setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Harold Kreis aufgrund der höheren Konstanz letztlich aber ebenso souverän wie verdient durch. Signifikante, schwer abzustellende Schwächen zeigten die Adler Mannheim in diesen Play-off eher nicht. Sie sind offenkundig bereit, ihre titellose Durststrecke zu beenden.

Eisbären Berlin

Dass sich die Eisbären aus Berlin spätestens seit ihrem ersten DEL-Titel 2005 als Top-Team etablieren konnten, ist ebenso wenig Bruder Zufall geschuldet. Ihr Erfolg beruht sehr wesentlich auf dem langfristig angelegten Aufbau einer Mannschaft. Die Zeiten, als man sich auch in Berlin vor jeder Saison an ein Dutzend neuer Spielernamen gewöhnen musste, sind längst vorbei. Das Gerüst der Mannschaft, das sehr wesentlich aus deutschen Spielern des 85er Jahrgangs besteht, angereichert um die Fraktion starker ausländischer Cracks, verlangt seit geraumer Zeit lediglich nach punktuellen Verstärkungen. Das kommt nicht nur der Harmonie auf und neben dem Eis zugute, sondern wird auch von den Eisbärenfans honoriert. Die personelle Kontinuität zieht beinahe folgerichtig einen gesteigerten Identifikationsfaktor nach sich. Dass es mit Routinier Sven Felski (steht vor seinem 1000. Spiel für die Eisbären in Bundesliga und DEL) einen Spieler gibt, der nie das Trikot eines anderen Klubs trug und dem gleich mehrere Fan-Generationen zu jubeln, setzt da nur den Punkt aufs i.

Gefordert waren in dieser Saison von der Mannschaft um Chefcoach Don Jackson indessen nicht nur ihre anerkannt spielerischen Fähigkeiten, sondern aufgrund des großen Verletzungspechs nicht zuletzt der Nachweis charakterlicher Werte. Bis zu zehn Stammspieler fielen den Eisbären in der Spitze aus. Mit einer Ansammlung von Jammerlappen wird man am Ende der langen Vorrunde gewiss nicht Erster, geschweige denn, dass man bis in ein Meisterschaftsfinale vordringt. Da braucht es Stehvermögen bei den verbliebenen Cracks, und natürlich eine produktive Nachwuchsabteilung. Über die verfügen die Hauptstädter in Form der Eisbären Juniors und der Oberligamannschaft von Kooperationspartner FASS Berlin. Verteidiger Thomas Supis (20 Jahre) und Stürmer Vincent Schlenker (19) gelang der Sprung in den DEL-Kader der Eisbären, als die Mannschaft zur Rumpftruppe zusammengeschmolzen war. Beide nutzten ihre Chance konsequent, weil sie alles andere als nur Lückenfüller waren. Selbst in den Special Teams setzte sie Trainer Don Jackson gelegentlich ein.

Auch in den Play-off fehlten den Eisbären in Denis Pederson und Stefan Ustorf weiter bewährte Kräfte. Hinzu gesellte sich ab dem Halbfinale der nach einem harten Check mit Verletzungsfolge für 10 Spiele gesperrte Nationalstürmer André Rankel. Dennoch fanden die Eisbären auf alle Fragen ihrer Viertel- und Halbfinal-Gegner die passenden Antworten. Dass sie sich von keinem ihrer Widersacher aufhalten ließen, obwohl so manche Begegnung einem Stahlbad glich, spricht klar für die Jackson-Truppe. Die Geschlossenheit der Mannschaft (15 Spieler trugen sich in den Play-off bisher in die Torschützenliste ein) ist das eine, deutliche Leistungssteigerungen bei einigen Akteuren das andere. Hier sind insbesondere Torhüter Rob Zepp und Verteidiger Jimmy Sharrow zu nennen, die selbst die größten Kritiker vor ihrer Leistung den Hut ziehen lassen. Dass es für die Berliner gerade im Halbfinale zwischenzeitlich eng wurde, war vor allem ihrem zu wenig effizienten Powerplay geschuldet. Hier muss eine deutliche Verbesserung her, soll die Mission sechste Meisterschaft für die Eisbären erfolgreich enden.

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