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Entscheidungen vertagt – alle Serien gehen in die siebte RundeDEL kompakt

Erleichterung bei den Eisbären Berlin in der 101. Minute. Durch den späten Treffer geht die Serie gegen die Adler Mannheim weiter. (Foto: dpa)Erleichterung bei den Eisbären Berlin in der 101. Minute. Durch den späten Treffer geht die Serie gegen die Adler Mannheim weiter. (Foto: dpa)
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Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 (3:0, 0:2, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.
Play-off-Stand: 3:3

Das ging ja gut los – für Berlin. Bereits in Minute drei konnte Nick Petersen einen ihm zugesprochenen Penalty verwandeln. Erste Strafe gegen Mannheim, doch das war bisher nicht die Sache der Eisbären. Diesmal aber konnte Marcel Noebels (7.PP) verwerten und die Führung ausbauen. Die Adler kamen nicht ins Spiel und nahmen sich sogar noch selbst durch unnötige Strafen raus. 24 Sekunden doppelte Überzahl und Petersen (10.PP2) machte sein zweites Tor. Doch es brauchte den Videobeweis. Dadurch sparte sich Sean Simpson die eigentlich bitter nötige Auszeit und redete unermüdlich auf seine Männer ein. Die Strafen nahmen kein Ende und es gab erneut 1:56 Minute doppelte Überzahl. Doch dann kam die Drittelpause und erlöste die Gäste. Nach dem Pausenpfiff gab es jedoch weitere Strafen, sodass eine sogar aufgeschoben werden musste.

Es konnte aber nicht immer klappen, denn Berlin machte nichts aus dem langen Powerplay. Aber auch danach blieb das ganz große Aufbäumen der Adler zunächst aus. Diese waren zwar bemüht, doch der letzte Biss fehlte etwas. Als die Berliner dann aber in Unterzahl mussten, konnte die Mannheimer durch Chad Kolarik (29.PP) verkürzen. Und plötzlich lief es. Berlin verliert den Puck im eigenen Drittel und Matthias Plachta (31.) macht das Spiel wieder eng. Mannheim nun deutlich mit Oberwasser. Plachta in Unterzahl, Carle, Ullmann, Kolarik. Doch immer stand entweder Petri Vehanen oder der Pfosten im Weg. Als die Druckphase halbwegs überstanden war, war es das erwartete rassige Duell auf Augenhöhe.

Mannheim rannte dem Rückstand hinterher und hatte insgesamt etwas mehr vom Schlussabschnitt. Es roch förmlich nach dem Ausgleich. Als die Berliner dann erneut in Unterzahl auf dem Eis waren, war es wieder Matthias Plachta (53.PP) der mit seinem zweiten Tor des Nachmittags das Spiel zurück auf Anfang stellen. Obwohl sich beide Mannschaften äußerst bemüht zeigten, wollte die Entscheidung in der regulären Spielzeit nicht mehr fallen.

In der Overtime heißt es Fehler vermeiden, denn sonst kann ein Spiel schnell vorbei sein. Doch schnell vorbei war dieses Spiel nicht, auch wenn nun wieder die Berliner ein Chancenübergewicht hatten. Nach 80 gespielten Minuten ließ der Sieger auf sich warten. Es ging in die zweite Verlängerung. In der 99. Minute jubelten die Berliner bereits. Doch der Videobeweis zeigte, die Scheibe war nicht hinter der Linie. Kurz darauf bekamen die Berliner ein Überzahlspiel. In dem brannte es lichterloh. Doch das Tor fiel nicht und die Entscheidung wurde erneut vertagt. Berlin nahm den Rest der Überzahl in die dritte Verlängerung mit. In dieser hatte das Warten ein Ende und Marcel Noebels (101.PP) machte sein zweite Überzahltor. Für die Serie heißt das. Erneut ein Sieg für das Heimteam. Damit muss die Entscheidung am Dienstag in Spiel sieben fallen. Zuschauer 14.008.

Augsburger Panther – Thomas Sabo Ice Tigers 0:3 (0:0, 0:1, 0:2)
Play-off-Stand: 3:3

Nürnberg startete etwas besser ins Spiel, trotzdem wirkten beide Teams anfangs etwas nervös. Es dauerte rund zehn Minuten, ehe auch die Augsburger in der Partie waren. Nürnberg hatte erneut ein paar Überzahlspiele, die sie erneut nicht nutzen konnten. Höhepunkt das Drittels war jedoch die griechisch-römische Ringereinlage zwischen Hanowski und Dupuis. Tore waren jedoch Fehanzeige.

Der Mittelabschnitt begann mit einer dicken Chance von Nürnbergs David Steckel. Besser wurde das Spiel aber nicht. Beiden Teams merkte man an, dass es um jede Menge ging und das schien zu lähmen. Die Franken mit den besseren Chancen, aber ohne Erfolg. Doch der Druck der Ice Tigers nahm zu und Yasin Ehliz (33.) stochert die Scheibe nach einem Schuss von Patrick Reimer über die Linie. War das der Dosenöffner? Eher nicht. Dafür gab es die nächste Keilerei. Diesmal tauschten sich Detsch und Prust aus. Für beide war das Spiel beendet. Ein Wachrüttler von Detsch? Auch das nicht, denn viel Eishockey sah man nicht. Dafür lagen die Nerven blank. Nach der Pausensirene gerieten Mike Flanagan und Mike Stewart in einem heftigen Wortgefecht aneinander. Die Linienrichter und Rob Wilson mussten die Streithähne sogar trennen.

Auch im Schlussdrittel kamen die Panther nicht richtig ins Spiel. Zwar kämpferisch bemüht, doch der Druck war wohl zu groß, denn die Verkrampfung konnte die Schwaben nie ganz abschütteln. In der 58. Minute fuhr Yasin Ehliz einen Konter und wurde dabei regelwidrig gestoppt. Den fälligen Penalty verwandelte Ehliz hoch und war damit der Matchwinner. Stewart nahm seinen Goalie runter und fingen sich durch David Steckel (60.EN) die endgültige Entscheidung ein. Somit geht auch dieses Duell am Dienstag in die siebte Runde. Zuschauer 6.139 (ausverkauft).

Grizzlys Wolfsburg – Kölner Haie 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
Play-off-Stand: 3:3

Auftakt mit Paukenschlag. Nach vier Sekunden die erste Wolfsburger Chance und nach zwölf Sekunden eine Spieldauerstrafe gegen Alexander Karachun. Danach beruhigten sich die Gemüter und beide Mannschaften zeigten die Laufbereitschaft. In einem dynamischen Drittel konnte Wolfsburg einen Pfostentreffer verzeichnen. In Unterzahl brannte es kurz vor der ersten Pause lichterloh vor dem Wolfsburger Tor und auch die Kölner trafen das Metall. Somit stand es nach Pfostentreffern 1:1 – nach Toren aber 0:0.

Reichlich Spannung war es auch in Abschnitt zwei. Sobald auch nur ein Team den kleinsten Fehler machte, zog das jeweils andere Team an und sorgte für Gefahr. Nach Pfostentreffern gingen die Haie in der 32. Minute wieder in Führung. Köln jetzt auch das etwas agilere Team. Doch alle Versuche endeten erfolglos. 0:0 auch nach dem zweiten Drittel. Bahnte sich hier das nächste Drama an?

Die Uhr tickte runter und alle warteten auf die Erlösung. Doch um Tore zu erzielen, braucht es Chancen. Diese waren aber Mangelware. Beide Teams neutralisierten sich und hatten die gegnerischen Stürmer gut unter Kontrolle. Es war also wieder ein Spiel, indem das erste Tor wohl entscheidet. Praktisch aus dem Nichts machten die Wolfsburger das ersehnte Tor. Doch der Videobeweis zeigte eine Kickbewegung, somit konnte das Tor nicht gewertet werden. Die Haie rannten an und wollten die Serie zurück nach Köln holen und bekamen die große Chance auf dem Silbertablett serviert. 1:54 Minute doppelte Überzahl für die Domstädter. Die Kölner ließen die Scheibe laufen und Shawn Lalonde (56.PP2) machte mit einem mächtigen Hammer das Führungstor. Viel Zeit blieb den Niedersachsen nicht mehr. Doch die sollten ihre Chance bekommen, als 1:20 Minute vor dem Spielende eine Strafe gegen Köln gepfiffen wurde. Zusätzlich zog Pavel Gross seinen Goalie, sodass man sechs gegen vier spielte. Doch es blieb beim knappen Sieg und auch diese Serie wird am Dienstag im siebten Aufeinandertreffen entschieden. Zuschauer 3.421.