Eishockey News

Ein Tor reicht Straubing nichtDüsseldorf gibt nicht auf

Daniel Kreutzer erzielte in Unterzahl den entscheidenden Treffer für die Düsseldorfer EG. (Foto: dpa)Daniel Kreutzer erzielte in Unterzahl den entscheidenden Treffer für die Düsseldorfer EG. (Foto: dpa)

Der Neue

Josh Nicholls stand bei seinem Einstand für die Straubing Tigers in der Starting Six, hatte einige gute Wechsel, fiel aber nicht großartig auf. Was im ersten Spiel aber auch nicht sonderlich verwundert. Er meinte mit einem freundlichen Lächeln nach seinem ersten DEL-Spiel: „Ich habe mich ziemlich gut gefühlt, die Abstimmung fehlt aber sicher noch. Aber auf dem großen Eis kann ich mein Skating und meine Skills ausspielen.“ Zum Spiel meint er: „Auch wenn wir natürlich enttäuscht über die Niederlage sind, kann ich für mich doch einiges Positives mitnehmen. Ich hoffe natürlich, dass alles noch besser wird und die Saison noch lange geht. Vielleicht kann ich bei den nächsten Auswärtsspielen den einen oder anderen Punkt beisteuern.“ Den verletzten Scorer Jeremy Williams wird er aber nicht 1:1 ersetzten können. Das meint auch Straubings Coach Larry Mitchell: „Man sieht, dass alles neu für ihn ist. Er hat trotzdem gezeigt, dass die Scouting Reports über ihn stimmen. Er läuft sehr gut Schlittschuh. Ich denke, auf der großen Eisfläche kann er seine Stärken ausspielen. Ich denke, er wird einen Jeremy Williams und seine 19 Tore nie ersetzen können, das wussten wir vorher, aber ich denke, er ist die nötige Verstärkung, die wir gebraucht haben. Ich bin sehr froh, dass er hier ist.“ Dem Neu-Tiger fiel die Stimmung im Stadion auf und freut sich darüber: „Die Fans sind unglaublich. Die haben uns heute sehr viel Energie gegeben.“

In Überzahl verloren

„Wir haben von Anfang an sehr viel Energie ins Spiel gebracht, haben ein bisschen unglücklich das Tor in Unterzahl bekommen, da haben wir nicht aufgepasst“, meinte DEG-Übungsleiter Christof Kreuzer; und Larry Mitchell sagte über das erste Drittel: „Ich denke, wir haben sehr nervös gestartet. Nach dem Überzahltor haben wir zu unserem Spiel gefunden.“ Es war eine muntere Angelegenheit, bei der beide Teams ihre Chancen hatten.

Wer aber nun hoffte, dass das Spiel in diesem Stil weitergeht, der sah sich getäuscht. Zwar war es zu Beginn des zweiten Drittels offen und ausgeglichen, doch gegen Ende übernahm die DEG das Kommando. Die letzten sechs, sieben Minuten brach ein wahrer Sturmlauf über die Tigers herein. Christof Kreuzer fast es so zusammen: „Meine Mannschaft hat weiter den Weg verfolgt, den wir gehen wollten. Ab dem zweiten Drittel haben wir uns sehr viele Torchancen erspielt und sehr viel Druck gemacht. Da hat Climie sehr gut gehalten und hat Straubing im Spiel gehalten. Trotzdem war Straubing immer gefährlich mit ihren Kontern, da mussten wir auf der Hut sein.“ Larry Mitchell meinte knapp: „Das zweite Drittel war umgekehrt, das hat ganz klar Düsseldorf gehört.“

Die Richtung des Schlussdrittels war also klar. Die DEG hatte ein Tor aufzuholen, allerdings hatten die Hausherren deutlich mehr Schüsse. Das Dumme dabei, sie konnten Felix Bick nicht überwinden. So sagte Mitchell: „Im letzten Drittel, denke ich, dass es ziemlich ausgeglichen war, bis wir die zwei Überzahlchancen bekommen haben. Wir haben Druck erzeugt und hatten 17 oder 18 Torschüsse und haben nur sechs oder sieben abgegeben. Aber letztendlich geht es nicht um Torschüsse, sondern um Tore.“ Und dann kam das, was Sportweisheiten formt: „Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein.“ Max Kammerer fälschte einen Schuss von Bernhard Ebner unhaltbar ab. Der Torschütze berichtet: „Das haben wir schon öfter trainiert, dass ich zum Tor gehe und es war extrem gut von ihm, auf meinen Schläger geschossen. Glücklicher Weise ging die Scheibe rein.“ Doch dann wurde es aus Tigers-Sicht richtig bitter. Ausgerechnet in der Paradedisziplin, dem Überzahlspiel, kassierte man die Niederlage. Daniel Kreuzer zog fast alleine auf Matt Climie und netzte ein. Straubing versuchte noch einen Punkt zu erringen, doch stattdessen machte Bernhard Ebner mit dem Empty-Netter alles klar.

Die Analyse

Ein guter Trainer versteht es auch in der Niederlage die positiven Dinge zu finden. Folgt man dieser These, ist Larry Mitchell ein guter Trainer, wenn er über das Spiel sagt: „Wenn man es negativ sehen will, war es wieder ein Spiel, wo wir den Killerinstinkt einfach nicht besitzen, das haben wir nicht in unserer Mannschaft. Wenn man es positiv sehen will, ich habe vor langer Zeit gesagt, dass unser Ziel war, so lange wie möglich um Platz zehn mitzuspielen. Wenn Straubing das schafft, ist das schon ein Erfolg. Ich habe neulich auch erwähnt, wenn man so lange um Platz zehn mitspielt, will man den Job auch fertig machen. Fünf Spieltage vor Schluss haben wir noch immer alle Chancen.“ Max Kammerer und die DEG kann die Punkte gut gebrauchen: „Das war für uns extrem wichtig. Wir hoffen, dass es so weiter geht. Ich denke, dass wir den Sieg etwas mehr wollten. Wir wussten, das ist vielleicht unsere letzte Chance und haben alles versucht.“ Mitspieler Brandon Yip findet den Grund für den Sieg im Unterzahlspiel: „Wir haben unseren Gameplan durchgezogen und im Penaltykilling einen gute Job gemacht. Wir haben uns darauf vorbereitet und fokussiert. Wir haben aber zu viele Strafen genommen, ich habe auch zwei gezogen, aber wir haben viele Schüsse geblockt und Gegentore verhindert.“ Da kann Straubings Derek Whitemore nur zustimmen: „Ja, die DEG hat im Penaltykilling einen guten Job gemacht und der Goalie hatte ein paar gute Paraden.“ Für beide Teams stehen wichtige Spiele an und in beiden Lagern ist man zuversichtlich. So meinte Christof Kreuzer: „Wir haben gut gespielt, darum denke ich, dass wir verdient drei Punkte haben. Ich freue mich für die Mannschaft, die einen sehr guten Auftritt hatte. Wenn wir am Dienstag mit derselben Energie ins Derby gehen, haben wir gute Chancen zu gewinnen.“ Derek Whitemore berichtet: „Wir müssen das jetzt schnell vergessen und uns auf Mittwoch konzentrieren.“ Für die Tigers geht es nach Bremerhaven zum Duell um Platz acht. „Mittwoch in Bremerhaven ist das sehr wichtig, für beide. Wenn wir gewinnen, gehen wir an ihnen vorbei.“

Tore: 1:0 (18.PP) James Bettauer (Mike Connolly, Derek Whitmore), 1:1 (52.PP) Maximilian Kammerer (Bernhard Ebner, Rob Collins), 1:2 (54.SH) Daniel Kreuzer (Alexander Preibisch), 1:3 (60.EN) Bernhard Ebner (Marco Nowak, Marcel Brandt).

Schiedsrichter: Lars Brüggemann, Andre Schrader; Linienrichter: Norbert van der Heyd, Stephan Waldner.

Strafen: Straubing 4; Düsseldorf 10.

Zuschauer: 4.376.