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Buchtipp: 111 Gründe, die Kölner Haie zu liebenLüde mit den Glasbausteinen

 (Schwarzkopf & Schwarzkopf Media GmbH, Berlin 2017) (Schwarzkopf & Schwarzkopf Media GmbH, Berlin 2017)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Sie gehören zu Köln wie der Dom, der Karneval, der FC, der Klüngel oder die im Süden der Republik auch als Erfrischungsstäbchen bekannten Nano-Biergläschen. Die Haie sind ein echter Kult-Club, ein Traditionsverein und der Lieblingsfeind zahlreicher Fans anderer DEL-Mannschaften. Ja, liebe Kölner, die gibt es, wenn auch natürlich keine, die dem ruhmreichen KEC nur ansatzweise das Wasser reichen können. Diese rheinische Version des „Mia san Mia“ ist natürlich auch Thema dieses Buches, das vor allem zahlreiche Anekdoten aus der jahrzehntelangen Haie-Historie bereithält – und damit ein Buch für alle Eishockey-Fans ist, denn schließlich hat fast jeder Club schon mal in denkwürdiger Weise die Kellen gekreuzt mit den Haien.

111 lustige, skurrile, durchaus auch mal ernste oder kritische Geschichten also über einen Club, der Historisches vollbracht hat als erster europäischer Club in einer Multifunktionsarena nordamerikanischen Zuschnitts, erster Meister der DEL-Ära und Arbeitsstätte so unvergesslicher Spieler wie Tormaschine Sergej Berezin, Dave McLllwain, „Eisen-Renz“, die Helden der 80er wie etwa Udo Kießling und natürlich der ewige Lüdemann, der – von vielen fast nicht mehr für möglich gehalten – tatsächlich seine aktive Karriere beendet hat, nach weit mehr als 1000 Spielen für einen, für seinen Verein.

Auch er ist natürlich Gegenstand einiger Geschichten. Ex-Kollege Andreas Lupzig erinnert sich beispielsweise, dass Lüde „immer“ mit einer Brille, die seiner Beschreibung nach irgendwo zwischen Erich Honecker-Gedächtnismodell und Glasbaustein herumwaberte, trainiert habe. Lüdemann selbst sagt, dass er diese Sehhilfe bestenfalls gelegentlich und nur zum freiwilligen Training getragen habe. Überprüfen kann das niemand mehr, auch nicht, wer von einem genervten Betreuer mit einem China-Böller im wahrsten Sinne des Wortes aufgesprengt wurde von einer allzu langen Sitzung auf der einzigen Kabinentoilette.

Dass der Club, der immer auch ein bisschen Drama-Queen ist und in dem traditionell auch immer wieder gebürtige Düsseldorfer wie derzeit beispielsweise Philipp Gogulla den Ton angeben, seit nunmehr 15 Jahren auf den Titel wartet und seither – etwa 2013 und 2014 – so bittere Final-Niederlagen einstecken musste wie noch nie ein Eishockey-Club zuvor, wird ebenso thematisiert wie die „Eventisierung“ der Haie-Partien, die vor allem mit Umzug von der altehrwürdigen Lentstraße in die „seelenlose Arena“ im idyllischen Köln-Deutz kam.

Und ein ganz besonderes „Hai-Light“ haben wir zur Hälfte dem KEC zu verdanken: den vielleicht heißesten Fight seit dem „Rumble in the Jungle“ zwischen dem damaligen Ingolstädter Christoph Melischko und dem ganz jungen Moritz Müller, der sich zwischenzeitlich aber eher auf verbale Attacken – Stichwort „abgetakelte Kanada 1c-Truppe“ – spezialisiert hat. Ein paar Jahre nach diesem legendären Faustkampf, der nach Meinung vieler nach wie vor einer der besten der DEL-Geschichte ist, waren die beiden übrigens gute Teamkollegen im Dress der Haie. Geschichten, die nur der KEC schreibt!

Diese und noch viel mehr kleine und große Begebenheiten – perfekt zum Schmökern an langen, eishockeyfreien Winterabenden – über einen der größten Eishockeyvereine in Deutschland, sind in dem sehr lesenswerten Buch von Alexander Brandt-Memet, der in Berlin aufgewachsen ist, zusammengetragen. Es ist in unserem Hockeyweb-Shop bestellbar.

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