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Befreiungsschlag in StraubingTigers können noch siegen

 Levko Koper erzielte den Siegtreffer für die Straubing Tigers. (Foto: Sandra Wichmann) Levko Koper erzielte den Siegtreffer für die Straubing Tigers. (Foto: Sandra Wichmann)
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Bei den Hausherren haben sich nicht nur die Reihenzusammenstellungen geändert, sondern auch auf der Bank ist mehr Betrieb. Denn dort ist nun auch der Sportliche Leiter Jason Dunham zu finden. Während die Coaches Rob Leask und Otto Keresztes eher einen ruhigen Eindruck hinterließen, tigerte der Manager nervös hin und her. Leask stört das nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. So meint er zu der Situation: „Das ist momentan eher hilfreich, weil er die Spieler kennt und weiß, was die können. Wir drei reden vor dem Spiel viel miteinander, was wir machen wollen. Er ist eine Hilfe für uns beide.“

Leasks Änderungen

Zum Spiel meinte Rob Leask: „Es war ein sehr hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften sind im eigenen Drittel sehr kompakt gestanden. Dadurch gab es heute nicht so viele Schüsse aufs Tor.“ Gründe für den Sieg fand der Übergangschefcoach auch: „Wir sind während des ganzen Spieles auf der richtigen Seite des Pucks gestanden, so haben wir den Augsburgern die Geschwindigkeit in der neutralen Zone genommen.“ Neben den Umstellungen in den Reihen, war das wohl eine der größten Änderungen: „In so kurzer Zeit ist es schwierig taktische Änderungen zu machen. Nach einem Trainerwechsel ist die Mannschaft immer in der Pflicht. Wir haben ein paar Sachen geändert, damit wir nicht so  viele Konter bekommen. Damit wir immer einen dritten Mann hoch haben, um den Gegner die Geschwindigkeit in der neutralen Zone zu nehmen. Dadurch haben wir viel weniger Chancen gegen uns bekommen.“

Auf Augenhöhe

Zum Spiel kann man nicht sagen, dass die Tigers im ersten Drittel nicht vom Scheibenglück verfolgt waren. Mehr als einmal sprang die Scheibe in den entscheidenden Sekunden wild davon. Insgesamt war die Partie in den ersten zwanzig Minuten aber nicht berauschend, denn Großchancen waren hüben wie drüben Mangelware. Wie die Coaches sagten, es war kämpferisch. Fast schon logisch war es da, dass die Schwaben für die Führung eine Überzahl benötigten. Mike Davies bewies bei seinem strammen Schuss wenig Humor. Augsburgs Coach Mike Stewart analysiert: „Im ersten Drittel hatte Straubing in den ersten sechs oder sieben Minuten ein paar gute Situationen, zum Glück war Jonathan Boutin zur Stelle. Durch ein Powerplaytor sind wir in Führung gegangen. Den Rest des Drittel fand ich ziemlich ausgeglichen.“

Gedreht und zurückgekommen

Panther-Verteidiger Mark Cundari sagte im Kabinengang: „Straubing hatte einen guten Start, aber wir haben das Tor gemacht. Aber im zweiten Drittel haben sie sich gesteigert. Die haben Druck auf uns gemacht und wir hatten nicht so viele Chancen, wie wir wollten, sind aber zurückgekommen.“ Recht hat er, denn der Abschnitt lief hauptsächlich in eine Richtung – in Richtung Augsburger Tor. Zudem kam beim Straubinger Ausgleich das Glück doppelt zurück, gleich zweimal sprang die Scheibe zugunsten der Hausherren. Dass die Niederbayern dann auch noch in Führung gehen konnten, war aber mehr als Glück – es war verdient. Mike Stewart hatte an diesen Minuten wenig Freude: „Im zweiten Drittel waren wir gut im Spiel und haben  dann zwei Tore kassiert, die aus meiner Sicht nicht nötig waren.“ Bis Drittelende konnten die Gäste ausgleichen. Das gefiel dann auch wieder Stewart: „Wir haben uns durch ein schönes Tor von Holzmann zurück ins Spiel gekämpft und alles war wieder offen.“

Nicht zerbrochen

Das Interessante war nun, wie die Straubinger reagieren würden, denn vor Wochenfrist wären sie jetzt sicher auseinandergebrochen. Heute blieben sie stabil und wurden nicht nervös, zudem blieb man weitestgehend von der Strafbank fern, was sicher ein weiterer Schlüssel war. Zur Freude des Straubinger Anhangs konnte Levko Koper rund zehn Minuten vor Spielende die Führung zurückholen, die man dann gemeinsam verteidigte. Koper meinte nach der Ehrenrunde: „Ich fühle mich großartig. Das Team hat heute immer hart gearbeitet. Die letzten Wochen lief es ja nicht so für uns, aber der Sieg heute fühlt sich toll an.“ Hart arbeiten mussten die Niederbayern gerade die letzten Minuten nochmal, denn die waren von einer Augsburger Drangphase geprägt. Doch diesmal blieben die Punkte in Niederbayern. Rob Leask zeigt sich mehr als zufrieden: „Ich bin stolz auf die Jungs, wie die heute gearbeitet haben. Das war ein wichtiger Sieg und wichtig fürs Selbstvertrauen und für die Moral.“ Gästecoach Mike Stewart erinnert sich: „Im letzten Drittel haben beide Mannschaften um jeden Zentimeter gekämpft. Letztendlich hat Straubing ein Tor mehr als wir geschossen.“

Glück und Pech

Mark Cundari sucht nach Gründen für die Niederlage: „Ich denke, wir haben den Straubinger heute etwas in die Karten gespielt und haben keinen Weg gefunden, wie wir da rauskommen. Der Puck ist heute etwas wild gesprungen und wenn der dauernd so springt, dann sind Chancen rar.“ Viel fehlte ohnehin nicht und ab und an, war auch den Gästen das Glück nicht hold. Cundari weiter: „Ja, zum Teil war das heute schon eine Sache von Glück und Pech, so wie der Puck gesprungen ist. Die haben halt ihre Chancen besser genutzt. Aber das ist Eishockey, du kannst nicht jedes Spiel perfekt sein. Wir können das besser und das wollen wir im nächsten Spiel wieder zeigen.“

Grinsekatze Koper

Ein besonders breites Lachen hatte Siegtorschütze Levo Koper im Gesicht. Seit der letzten Importspielerverpflichtung war er der Überzählige und kam heute ins Team, weil sowohl Connolly als auch MacKinnon passen mussten. Zu seiner Situation meint er: „Naja, hier sind viele gute Spieler in Straubing. Jeder will ins Team und jeder will das Beste spielen.“ Wie er seine Chancen sieht, wenn wieder alle an Bord sind, will er nicht beurteilen: „Das kann ich schwer beurteilen, das entscheiden die Coaches. Aber ich hoffe natürlich auf das Beste.“ Zum Spiel selbst sagte Koper: „Es war ein schweres Spiel, mit vielen Höhen und Tiefen. Wichtig war, dass wir unseren Gameplan über 60 Minuten durchgezogen haben.“ Die berühmten 60 Minuten, von denen man von vielen Spielern immer wieder hörte, dass man volle 60 Minuten Eishockey spielen muss um zu gewinnen. Aus seiner Sicht waren das heute so: „Ein fehlerfreies Spiel wird es nie geben, aber ja, das waren heute 60 Minuten Eishockey.“

Die Zahlen zum Spiel

Tore: 0:1 (13:40/PP) Michael Davies (Gabe Guentzel, Matt White), 1:1 (20:21) Jeremy Williams (Mike Hedden, Sam Klassen), 2:1 (30:41) Mike Zalewski (Levko Koper, Dylan Yeo), 2:2 (35:00) Thomas Holzmann (Daniel Schmölz, Mark Cundari), 3:2 (41:47) Levko Koper (Austin Madaisky, Max Renner).

Schiedsrichter: Sirko Hunnius, Lasse Kopitz; Linienrichter: Wayne Gerth, Jonas Merten.

Strafminuten: 6:2 (4:2, 0:0, 2:0).

Zuschauer: 3.664.