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Basti Vogl entscheidet bayerisches Derby in StraubingHeimpremiere für Tom Pokel

Basti Vogl wird bei seinem Comeback zum Matchwinner. (Foto: Sandra Wichmann)Basti Vogl wird bei seinem Comeback zum Matchwinner. (Foto: Sandra Wichmann)
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Dabei zählte man zunächst die Ausfälle, die bei den Gästen mehr waren. McNeil, Buck, Tatiček, und Ramoser stand nur Connolly gegenüber, denn Kyle MacKinnon war wieder mit an Bord. Im Tor standen sich der zurzeit überragende Timo Pielmeier und Basti Vogl gegenüber, denn Drew MacIntyre bekam eine Pause. Vogl, der in Straubing einen unglücklichen Start hatte, wurde am Ende sogar der Matchwinner und gefeierte Held. Die Anfeuerungen auf der Ehrenrunde taten ihm sichtlich gut. Nach dem Spiel sagte er: „Ich habe mir heute einfach nur vorgenommen, meinen Spaß am Spielen wiederzufinden, meine Leidenschaft und mein Selbstvertrauen, so bin ich heute ins Spiel gegangen. Es hat mir ganz gut getan, dass viele Schüsse im Spiel waren.“ Und weiter: „Wir haben heute viel Zeit in unserer Zone verbracht, aber die Jungs haben einen Super-Job vor dem Tor gemacht. Ich konnte viele Scheiben sehen, deswegen hatte ich einen relativ leichten Abend. Es ist schön, dass es heute positiv ausgegangen ist.“ Extralob gab es von Tom Pokel: „Man of the Match war Basti Vogl, er hat uns im ersten Drittel im Spiel gehalten.“

From Zero to Hero

Die Erleichterung konnte man ihm deutlich ansehen, denn von vielen Fans wurde der gebürtige Landshuter schon als Fehleinkauf abgestempelt, doch heute konnte er zeigen, was in ihm steckt. Er erinnert sich an die letzten Wochen: „Es war natürlich eine schwere Zeit und eine harte Entscheidung, aber das ist der Profisport, da muss man auch mit harten Entscheidungen umgehen. Ich habe mich davon nicht unterkriegen lassen, bin dabei geblieben und habe immer weiter gut trainiert.“ Wie schwer es war, zeigen die folgenden Worte: „Ich möchte mich bei den Jungs in der Kabine bedanken. Die sind bei mir geblieben und haben mich weiter unterstützt, damit ich positiv bleibe und das hat sich heute ausgezahlt. Auch meine Familie und meine Freunde haben mich die ganze Zeit unterstützt, das war nicht einfach.“

Zu viel Schönspielerei

Gefordert wurde er vor allem im ersten Drittel, denn das muss man klar den Schanzern zurechnen. Mit viel Schlittschuhlaufen kamen sie zu einem klaren Übergewicht und schnürten die Hausherren mehr als einmal ein. Die Tigers hatten oft nur Konter im Angebot, die aber auch nicht genutzt werden konnten, sodass die Führung für die Gäste eher zu knapp ausfiel. Timo Pielmeier erklärt den Zwischenstand: „Wir haben um das Tor gespielt und haben zu schön gespielt. In so einem Spiel musst du die schmutzigen Tore schießen und du brauchst Verkehr vor dem Tor, das haben wir heute nicht geschafft.“ Straubings neuer Coach beschreibt das Drittel so: „Wir haben die ersten 30 Minuten mit uns selbst gekämpft. Wir hatten mit Ingolstadt einen guten Gegner, aber wir waren etwas zu viel mit uns selbst beschäftigt. Meine Mannschaft hat nach dem Berlinspiel in der Zeit sehr müde gewirkt. Wir haben viel Zeit und Energie in unserer eigenen Zone verbracht.“

Tigers beißen sich ins Spiel

Die Formkurve der Hausherren ging jedoch nach oben. Pokel: „Wir haben kleine Veränderungen vorgenommen, so ist es mit der Zeit immer besser geworden.“ Ab dem zweiten Abschnitt war man deutlich besser im Spiel angekommen, doch zu einem Tor reichte es noch nicht. Ingolstadt stand hinten sehr kompakt, denn alle arbeiteten in der Defensive mit. Aber auch die Tigers hatten die Stürmer der Oberbayern besser unter Kontrolle, sodass sich am Spielstand nichts änderte. Timo Pielmeier kommentiert das so: „Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass die brandgefährlich sind. Das ist eine Mannschaft, die gut mitspielen kann, das hat mich nicht überrascht.“

Nie aufgegeben

In der hart, aber fair geführten Partie stieg die Spannung mit jeder Spielminute. Ingolstadt konnte das Spiel nicht eintüten und die Straubinger gaben einfach nicht auf. Und so wurde die niederbayerische Arbeitsleistung belohnt. Ingolstadts Goalie war davon nicht überrascht: „Straubing darf man nie unterschätzen, die sind jedes Jahr Wadlbeißer. In der Liga kann jeder jeden schlagen, von daher darf man keinen zu leicht nehmen.“ Die Overtime war an Rasse kaum zu überbieten. Beide Teams brannten ein Feuerwerk ab, sodass ein echtes Spektakel entstand. Auf beiden Seiten unverständliche Schiedsrichterentscheidungen taten ihr Übriges. Doch trotz hochkarätiger Chancen konnte kein Team die Entscheidung herbeiführen. Diese fiel erst im folgenden Penaltyschießen durch Mike Zalewski. Pielmeier meint dazu: „Penaltyschießen kannst du gewinnen, kannst du verlieren. Hat aber wenig mit Eishockey zu tun. Trotzdem ärgerlich, weil wir natürlich gerne mehr Punkte mitgenommen hätten.“ Basti Vogl sagte: „Wir hatten bis zum Schluss den Willen und haben nicht aufgegeben. Das war heute ein Sieg des Willens in einem Spiel auf Augenhöhe. Es hat sich für uns ausgezahlt, dass wir immer drangeblieben sind und dass wir dem neuen System das der Trainer vorgegeben hat, treu geblieben sind.“

Tommy und Tom

Tommy Samuelsson fast das Derby so zusammen: „Das war bitter für uns, aber ich bin nicht enttäuscht über die Leistung. Die Leistung hat gepasst, bis auf die Effizienz beim Toreschießen. Die defensive Leistung war super, die Offensive war auch super, aber da fehlte die letzte Attacke, der letzte Moment. Vor allem im ersten Drittel müssen wir mit zwei oder drei Toren in Führung sein. Aber so ist der Sport, da reicht ein Fehler im letzten Drittel.“ Tom Pokel erklärte: „Manchmal sind die besten Siege nicht die schönsten Siege, aber ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie ist mental im Spiel geblieben. Das war sehr wichtig. Die Jungs haben immer daran geglaubt, nie aufgegeben und immer gekämpft. Mentalmäßig war das Comeback sehr wichtig. Die Jungs wissen, auch wenn es gegen uns steht, wir können noch. So ist das im Eishockey, wenn das Momentum schwingt und heute hat es für uns gepasst.“ Interessant war, wieso die Tigers mental im Spiel blieben. War das seine Coachingleistung oder war das alles in der Mannschaft drin? Er beschreibt es so: „Ich denke beides. Das Spiel ist ein Mentalspiel. Wir waren im ersten Drittel teilweise sehr nervös und machten individuelle Fehler, da war es wichtig, die Mannschaft zu beruhigen und keine Hektik ins Spiel zu bringen. Ich denke, dass hat den Jungs etwas geholfen. Der Ehrgeiz und der Wille, das habe ich die letzten beiden Tage gemerkt, das stimmt, da ist alles in Ordnung. Kampfbereitschaft ist da. Sie wissen nur nicht, wie sie das zusammen bringen können, dass alles in eine Richtung fließt. Wir müssen das Tag für Tag langsam Stück für Stück in kleinen Teilen einbauen, etwas verbessern und positiv bleiben.“

Zahlen zum Spiel

Tore: 0:1 (9:00) John Laliberte (Kael Mouillierat, Benedikt Schopper), 1:1 (53:13) Steven Zalewski (Mike Hedden, Alex Dotzler), 2:1 (65:00/GWP) Mike Zalewski.

Schiedsrichter: Stephan Bauer, Lasse Kopitz; Linienrichter: Kilian Hinterdobler, Andreas Hofer.

Strafminuten: 6:6 (2:0, 2:2, 0:2, 2:2).

Zuschauer: 4.217.