Eishockey - DEB

25.07.2012

Herausforderung DEB-Schiedsrichter

Der nächste Schritt (2)

von Armin Holl-Wagner

In unserer Reihe über Eishockeyschiedsrichter, deren Tätigkeiten und deren Umfeld haben wir uns diesmal mit zwei Schiedsrichtern – Benedikt Lender und Patrick Altmann – getroffen, die bisher für den bayrischen Landesverband im Einsatz waren und demnächst auf den DEB Lehrgang gehen dürfen. Heute nun der zweite Teil.


Patrick Altmann (links) und Benedikt Lender (rechts) absolvieren nun den DEB-Lehrgang. Außerdem im Bild: Rudi Altmann (2. von links) und Thomas Meier. (Foto: www.pama-pics.com)

Im Sommer spielt Patrick Altmann, wie viele Spieler, Skaterhockey und ist in der Oberliga bei den Buffalos Straubing aktiv. Eishockey spielte er beim EHC Straubing und beim EV Regensburg. Eigentlich war das Spielen aber nur die Vorbereitung auf die Schiedsrichterlaufbahn. „Ich habe mit knapp drei Jahren Schlittschuhlaufen gelernt, meine Eltern haben mir erzählt, dass ich damals schon Schiedsrichter werden wollte.“

Ebenfalls mit nicht mal drei Jahren begann auch Benedikt Lender mit dem Schlittschuhlaufen. Er hat alle Nachwuchsklassen in verschiedenen Deggendorfer Vereinen absolviert und spielte zum Schluss in der Junioren-Bundesliga. Irgendwann stand er aber vor der Wahl, vor der fast jeder Spieler früher oder später steht. „Mir war klar, dass ich mit Eishockey nie so gut sein werde, um damit Geld verdienen zu können“, berichtet Lender. Zudem wurde die Zeit auch immer knapper. Drei bis vier Mal Training die Woche, an den Wochenenden Spiele, das letzte Schuljahr und der Führerschein musste auch noch her. Zur Schiedsrichterei kam er dann aber fast schon wie die Jungfrau zum Kinde. „Ich hatte mich vorher eigentlich nie wirklich dafür interessiert, aber als der Verein auf mich zukam und fragte, ob ich nicht Lust hätte, Schiedsrichter zu werden, habe ich nicht wirklich nein sagen können. Außerdem konnte ich so dem Sport verbunden bleiben.“ Recht schnell hat er Gefallen an seiner neuen Aufgabe gefunden. Von Vorteil war auch, dass er damit praktisch sein Studium finanziert hat. „Meine Kommilitonen hatten Kellner-Jobs in Pizzerien und Gasthäusern und hatten wahrscheinlich sogar mehr Stunden gearbeitet. Da war die Schiedsrichterei im Vergleich doch sehr angenehm, auch wenn ich einige Kilometer auf der Straße verbrachte.“ Außerdem musste er auch das ein oder andere Mal passen, wenn die Freunde sich die Nacht in der Disco um die Ohren schlugen, er aber zeitig nach Hause ging, um am nächsten Morgen um neun Uhr fit auf dem Eis zu stehen.

Dass der Schritt zum DEB kein Selbstläufer ist und dort mehr gefordert wird, wissen beide und haben es auch schon zu spüren bekommen. Schiedsrichterbeobachtungen im Landesverband machen unter anderem auch DEL-Schieds- und Linienrichter. Lender erzählt: „Wenn einer aus der DEL beobachtet hat, hatten wir nicht mehr überall die Bestnote, was im ersten Moment für uns schon etwas erstaunlich war. Aber die Gespräche im Anschluss an die Spiele haben das schnell aufgeklärt und bringen einen weiter.“ Altmann ergänzt: „Auf jeden Fall helfen die Tipps der Leute, die in höheren Ligen pfeifen.“

Beide trennen sieben Jahre. Da ist es kein großes Wunder, das sie eine leicht unterschiedliche Herangehensweise an den DEB-Lehrgang haben. „Mit 27 Jahren bin ich sicher nicht mehr der Jüngste, der zum DEB wechselt. Ich sehe es als neue Herausforderung und werde mein Bestes geben. Obwohl mir bisher der Spaß an der Sache auch sehr wichtig war, bin ich dennoch ein sehr ehrgeiziger Mensch, der sich der höheren Anforderungen durchaus bewusst ist“, gibt Lender zu Protokoll. Altmann macht es kurz und schmerzlos und antwortet auf die Frage, ob sein Ziel früher oder später die DEL ist, mit einem überzeugten „Ja“. Nach einer kurzen Pause holt er dann doch noch aus „Das erste Ziel ist aber, erstmal den DEB-Lehrgang erfolgreich zu bestehen und sich dann im DEB-Bereich nach oben pfeifen.“

Als Schiedsrichtervorbild hat sich Altmann übrigens Daniel Piechaczek erwählt. „Er hat eine gute Körpersprache, ist aber trotzdem nie verkrampft – das gefällt mir.“ „Mit 27 hat man in dem Sinn eigentlich keine Vorbilder mehr. Ich schaue auf die erfahrenen Kollegen und versuche mir dort die guten Sachen abzuschauen“, entgegnet Benedikt Lender „Aber ein Harry Deubert hat mich früher schon beeindruckt und von ihm habe ich auch einiges gelernt.“

Wir wünschen beiden einen erfolgreichen Lehrgang und bleiben mit ihnen in Kontakt. Spätestens am Ende der anstehenden Spielzeit werden wir nachfragen, wie das Jahr verlaufen ist.

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