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Gerhard Kießling im Alter von 94 Jahren verstorbenTrauer um früheren Bundestrainer

(Foto: dpa/picture alliance)(Foto: dpa/picture alliance)
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Gerhard Kießling, geboren am 16. Juni 1922 in Meerane, fand bereits äußerst früh zum Eishockey. Er spielte in der Jugend sowie später als junger Erwachsener beim TV Frankenhausen.

Nach dem zweiten Weltkrieg war er als Spielertrainer bei seinem Heimatverein, jetzt umbenannt in SG Frankenhausen, tätig, war 1951 im ersten Länderspiel der neugegründeten DDR als Kapitän auf dem Eis und absolvierten in den fünfziger Jahren in der DDR ein Studium an der „Deutschen Hochschule für Körperkultur“ in Leipzig. Mitte der fünfziger Jahre übernahm Gerhard Kießling die Nationalmannschaft der DDR als Trainer. 1957 floh er mit seiner Familie und seinem damals zweijährigen Sohn Udo in den Westen der Republik, kam als Trainer beim damaligen Erstligisten Preußen Krefeld unter, den er mit Erfolg auch coachte. Sein Können war schon damals in der Bundesrepublik bekannt und so war es logisch, dass er 1958 die Nationalmannschaft übernahm. Mit der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 1960 in Squaw Valley gab es auch schnell den ersten Erfolg, den er leider nicht auskosten konnte, denn aus sportpolitischen Gründen durfte er nicht in die USA einreisen. Aus Frust wechselte Kießling das Metier, coachte jetzt für einige Jahre die deutsche Rollhockey-Nationalmannschaft.

1966 zog es ihn wieder zurück zu seinem Sport. Erst wurde er Bundestrainer im Nachwuchsbereich des DEB, dann 1971 erneut Bundestrainer. 1975 zog er die Konsequenzen, als die Nationalmannschaft in der damaligen Gruppe B (heute Gruppe 1a) den Aufstieg mit einem dritten Platz deutlich verpasste und das Team somit um das Erlebnis einer Heim-WM kam. Kießling blieb allerdings diesmal dem Eishockey treu und ging zum damaligen Zweitligisten EV Rosenheim, mit dem prompt der Aufstieg in die 1. Bundesliga realisiert werden konnte. 1976 wechselte er dann zusammen mit seinem Sohn Udo, mittlerweile 21 Jahre alt und Leistungsträger in Rosenheim, in einem Aufsehen erregenden Transfer zum Kölner EC, mit dem er 1977 die Meisterschaft feiern konnte.

Im Dezember 1977 ging Gerhard Kießling als Nachfolger der Trainerlegende Xaver Unsinn zum Berliner SC bei mittelprächtigem Erfolg. Erneut wechselte er nach Köln, wo wiederum die Meisterschaft geholt werden konnte. 1983 kam ein Lockruf aus Füssen, dem er zusammen mit seinem Sohn nachging. Es wurde ein echter Misserfolg, denn am Ende stand der Abstieg aus der 1. Bundesliga. 1984 schaffte Kießling mit dem ECD Iserlohn den Klassenerhalt, ging dann nach Österreich zum EHC Lustenau und danach nach Innsbruck. Bis 1991 folgten Trainerstationen in Riessersee, Crimmitschau und zuletzt beim neuen Bundesligisten EHC Dynamo Berlin, heute Eisbären Berlin. Es war seine letzte Trainerstation.