Scorpions: Trotz Führung das Aus im Halbfinale

Hannover, 18.Dezember 2007

Mit 3:4 unterlagen die Hannover Scorpions ihrem Kontrahenten aus Frankfurt. Vor 3916 Zuschauern behielt das Team aus der Mainmetropole, trotz eines Rückstandes nach dem ersten Drittel, am Ende die Oberhand.

Das Spiel: Die Scorpions kamen besser in die Partie. Die Gäste aus Hessen zeigten sich abwartend, und mussten dann entsprechend zusehen wie Tino Boos die erste echte Chance des Spiels hatte, als er bei einem 2-1 Konter die Gelegenheit aber nicht nutzen konnte. Drei Minuten später die verdiente Führung. Mike Green spielte Thomas Dolak vor dem Tor frei, der sich diese Möglichkeit nicht nehmen ließ. Nach zwölf Minuten traten die Lions erstmals gefährlich in Erscheinung, hatten durch ihren Kapitän Jason Young die Ausgleichschance, doch der Stürmer vergab. Die Strafe folgte auf dem Fuß. 14 Minuten waren absolviert – Löwen-Keeper Boris Ackers wollte vor seinem Gehäuse den Puck herausspielen. Dabei hatte er aber wohl nicht mit der List von Eric Schneider gerechnet, der den Puck an Ackers vorbei ins leere Tor spitzelte. Dennoch zeigte sich das Team der Stunde der DEL unbeeindruckt. Zwei Minuten vor der ersten Pausensirene hatte Andy Reiss in Unterzahl Pech, als sein Schuss nur an den Pfosten ging. Im Gegenzug kam es wie kommen musste. Young traf zum Anschluss, nachdem ihn Layne Ulmer freigespielt hatte.

Im Mittelabschnitt nahmen die Frankfurter das Heft in die Hand. Das Spiel wurde verbissener, doch es dauerte bis zur 34. Minute ehe sich Ergebnistechnisch etwas tat.  Die Gäste waren in Unterzahl, kamen an der blauen Angriffslinie in Puckbesitz. Jason Marshall wollte den Puck nur ins Scorpions-Drittel spielen, doch sein Versuch landete zur Überraschung aller im Winkel des Tores von Alex Jung. Der Ex-Meister agierte weiter spielbestimmend, und fast schon folgerichtig folgte die Führung kurz vor Drittelende. Wunderbar schlich sich Marschall vor dem Tor frei, ließ sich von Ilja Vorobjev mustergültig anspielen, und traf zur erstmaligen Führung.

Mit dem Willen unbedingt ins Finale zu kommen, setzten die Niedersachsen die Hessen fast das gesamte Drittel unter Druck, erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten. Jedoch vorerst ohne Erfolg. Chris Herperger zog in der 45. Minute den Puck genau auf Ackers, und auch eine Überzahlsituation in der 49. Minute brachte, trotz zahlreicher Szenen vor dem Frankfurter Tor, nicht den ersehnten Ausgleich. Der sollte vier Minuten später folgen. Scorpions-Kapitän Dan Lambert beförderte den Puck direkt unter das Dach des Gäste-Gehäuses. Die knapp 4000 Zuschauer in der TUI-Arena waren aus dem Häuschen, doch ihre Begeisterung hielt nur vier Minuten an. Quasi aus dem Nichts schlug der Favorit zu, Vorobjev zog von der rechten Angriffsseite mit der Rückhand ab, und der Puck fand den Weg ins Tor. Auch bei diesem Treffer machte Jung nicht die allerbeste Figur. In der letzten Minute versuchten die Scorpions noch einmal alles. Doch brachte eine Auszeit, und die Herausnahme ihres Torhüters, nicht den ersehnten Ausgleich für die Hausherren. Zwei Sekunden vor dem Ende ging der Puck nur um Millimeter am Tor von Ackers vorbei…

Stimmen: Hans Zach (Hannover): „Wir wollten gewinnen, haben auch entsprechend gut begonnen. Nach dem 2:0 dachten wir es geht so weiter. Frankfurt hat im zweiten Drittel gezeigt was sie können. Dort haben wir auch das Glück weggegeben. Die Lions haben verdient gewonnen, weil sie 60 Minuten hart und konzentriert gearbeitet haben.“
Rich Chernomaz (Frankfurt): „Im ersten Drittel kamen wir nicht so schnell ins Spiel, lagen dann 0:2 hinten. Dann haben meine Spieler härter gearbeitet. Es war ein Erfolg des Charakters, ich bin zufrieden mit der Leistung.“

Statistik: 1:0 (8:04) Dolak (Green) 5-4; 2:0 (13:38) Schneider (Green); 2:1 (17:58) Young (Ulmer, Heerema) 5-3; 2:2 (33:17) Marshall (Reichel, Vorobjev) 4-5; 2:3 (37:31) Marshall (Vorobjev, Hahn) 5-4; 3:3 (52:44) Lambert (Dolak, Herperger); 3:4 (56:24) Vorobjev (Armstrong, J. Ulmer)
Strafen: Hannover 18 + 10 für Köppchen – Frankfurt 14
Schiedsrichter: Dahle
Zuschauer: 3916

Jens Wilke





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