Eishockey - DEL2

28.03.2013

Landshut - Rosenheim 3:2 n.V.

Frühling in Landshut

von Richard J. Flohr

Mit 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) nach Verlängerung erzwangen die Landshut Cannibals ein sechstes Viertelfinalspiel am kommenden Samstag bei den Starbulls Rosenheim und wehrten damit den ersten Matchpoint der Oberbayern ab. Vor 3.059 Besuchern verkürzten sie in der Serie denkbar knapp auf 2:3.


Erlebt seinen dritten Frühling: Siegtorschütze Kamil Toupal. (Foto: Kevin Niedereder)

Zwar empfing die Zuschauer ein unwirtlicher Regen, als sie nach 67 Spielminuten das Landshuter Stadion am Gutenbergweg verließen, doch waren sie zuvor Zeuge des einkehrenden Frühlings in Landshut geworden: Kapitän Kamil Toupal hatte mit einem unwiderstehlichen Alleingang für die Entscheidung zugunsten der Cannibals gesorgt und damit wenige Tage vor seinem 40. Geburtstag den Beweis für seinen mindestens dritten einkehrenden Frühling geliefert. Der Verteidiger schnappte sich in der eigenen Spielfeldhälfte die Scheibe und umspielte in wohl dosiertem zuschauerfreundlichen Tempo, aber fest entschlossen die gesamte Rosenheimer Spielerschar durch die Mitte, störte sich auch nicht an Schlussmann Pasi Häkkinen und sorgte so doch noch für den Erfolg der Isar-Kannibalen.

Dieses typische Play-off-Spiel begann allerdings mit Zählproblemen auf beiden Seiten: blieb die Strafe der Hausherren, mit sechs Spielern den Erfolg zu suchen, noch ungesühnt, mussten die Gäste wegen desselben Vergehens in Unterzahl kurz darauf den Rückstand hinnehmen. Der ebenfalls bereits 39-jährige Bill Trew verwertete einen Hintertorpass von Roland Kaspitz am entgegengesetzten Pfosten aus kurzer Distanz. GoldhelmPeter Abstreiter zog kurze Zeit später allein vom Flügel vor das Starbulls-Gehäuse, umkurvte Häkkinen und schoss den Puck danach am leeren Tor vorbei. Chancen auf der Gegenseite ergaben sich vor allem, weil der nicht immer sicher wirkende Timo Pielmeier im Landshuter Gehäuse Probleme mit trudelnden Hartgummischeiben offenbarte und ein paar Mal erst in letzter Not retten konnte.

Im zweiten Drittel ergaben sich noch weniger Torchancen. Dafür nahmen die Handgreiflichkeiten zu. Schiedsrichter Sven Fischer gewährte den Protagonisten jeweils zehnminütige Abkühlpausen und blieb so wohltuend Herr dieses hart aber fair geführten Spiels. Und weil der Puck eben wenig willig war, gebrauchte David Elsner für sein Tor rohe Gewalt: Im Nachschuss hämmerte er das Spielgerät derart vehement aus der Mitte des Angriffsdrittels in die Maschen, dass man von Glück sagen konnte, daß diese dem Einschlag standhielten. Mit seinem identischen ersten Versuch hatte er Häkkinen offenbar weich geschossen. Zudem sollte das gerade 21 Jahre alt gewordene Eigengewächs mit diesem Erfolg das Durchschnittsalter der Landshuter Torschützen dieses Abends dramatisch auf Mitte 30 verringern.

Im dritten Spielabschnitt nahmen die Torchancen auf beiden Seiten zu. Insbesondere drängten die Starbulls nun vehementer auf den Anschluss. Die 50. Spielminute hatte es dann in sich: erst kamen die vier abgekühltenSpieler zurück aus der Box, dann verabschiedeten sich zeitgleich Stephan Gottwald und Marco Schütz wegen Checks gegen den Kopf für jeweils 2 + 10 Minuten auf die gerade frei gewordene Strafbank, während als Leidtragender allein Rosenheims Michael Baindl per Sanitäter auf die Spielerbank befördert wurde. Und schließlich sorgte Greg Squires mit einem Rückhandschlenzer gegen die Bewegungsrichtung von ihm und Pielmeier für den Anschlusstreffer. Jetzt wurde das Spiel zur Schlacht, wogte hin und her und belohnte die oberbayerischen Bemühungen schließlich mit dem Ausgleichstor von Fabian Zick, der in einem der wenigen Überzahlspiele einen Schuss von Matt Caruana erfolgreich ins Tor abfälschen konnte.

Auch die Verlängerung hatte es in sich. Gleich zu Beginn schickte Fischer mit seiner einzigen fragwürdigen Entscheidung des Abends Squires auf die Strafbank – das hatten Freund und Feind hinter dem EVL-Tor eher umgekehrt eingeschätzt. Doch ergab sich daraus nur eine Großchance für Abstreiter, die dieser aus spitzem Winkel neben das Gehäuse schlug. Besser machte es dann schon Beppo Frank auf der Gegenseite, als er, ebenfalls in Überzahl, die Latte traf. Aus heiterem Himmel fiel dann das Siegtor durch Toupal und der Frühling zog ein.

Cannibals-Trainer Jiri Ehrenberger gab sich anschließend entspannt und siegesgewiss für die sechste Auseinandersetzung am Ostersamstag am Inn. Immerhin haben die Dreihelme-Städter seit Jahren eine solch brenzlige Play-off-Situation nicht mehr durchstehen müssen. Kopfzerbrechen bereitet ihm allerdings die Aufgabe, durch die Rosenheimer Mauer im Mitteldrittel durchzustoßen - das wird spielentscheidend. Sein Gegenüber Franz Steer hielt sich an die Vorgaben der Clubführung, erst nach der Entscheidung der Serie wieder an einer Pressekonferenz teilzunehmen. Ein weiterer Sieger des Abends waren die Rosenheimer Fans, die das Duell mit den Hausherren deutlich feiernd lautstark für sich entschieden: Ohne Beachtung des Spielstandes feierten sie Ihre Party am Gutenbergweg. - Man darf sich auf Eishockey-Ostern im verschneiten, doch frühlingshaften Bayern freuen!

Tore: 1:0 (5.) Trew (Kaspitz, Abstreiter) 5-4, 2:0 (33.) Elsner (Schütz), 2:1 (50.) Squires (Caruana, Frank), 2:2 (58.) Zick (Caruana, Frank) 5-4, 3:2 (67.) Toupal (M. Brandl)

Strafen: Landshut 10 + je 10 Disziplinarstrafe für Elsner, Kaspitz und Schütz, Rosenheim 12 + je 10 Disziplinarstrafe für Frank, Renner und Gottwald

HSR: Fischer, LSR: Ratz, Sochiera

Zuschauer: 3.059

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